Rechenzentren und Infrastruktur 1/2017

Zur jüngsten iX-Ausgabe 2/2017 gibt es die Heise-Bei­lage Rechen­­zentren und Infra­­struktur 1/2017, die einige sehr interessante Beiträge enthält. Aus dem Schwerpunkt Klima­konzepte wäre zum einen der Beitrag von Robert Pawlik und Franziska Büttner (Cloud&Heat Technologies GmbH) zu nennen, der kompakte Wasserkühlungen vorstellt, mit denen man die Serverhitze voll ins Warmwasser- oder Heizungssystem überführen kann (S. 16), zum anderen das Freikühlkonzept von Verne Global auf Island (S. 12). Der RZ-Anbieter kann dort nicht nur mit Energie arbeiten, die zu 100 % aus erneuerbaren Quellen stammt (Geothermie und Wasserkraft), sondern seine Systeme auch mit der Außenluft kühlen. Am Standort Keflavík liegt die Durchschnittstemperatur ganzjährig zwischen 5 und 13° C.

Apropos Geothermie: Ein dritter „grüner“ Klimatisierungsbeitrag von Andres Dickehut (Consultix GmbH) berichtet aus Bremen. Dort wird heuer in einem ehemaligen Hochbunker das ColocationIX-Data-Center seinen Betrieb aufnehmen. Der Clou: Die Rechner dort werden maßgeblich mit Geothermie gekühlt – in 100 m Tiefe ist der Untergrund im Hochsommer nämlich fast noch winterkalt (S. 18). Dazu hat Bernd Hanstein (Rittal) noch kältemittelbasierte Kühlkonzepte in petto, die direkt auf Rack-Ebene ansetzen (S. 14).

Ebenfalls hervorzuheben ist der Beitrag von Doris Piepenprink. Sie erklärt, wie man Multimode-LWL-Verbindungen normgerecht präzise und mit wiederholbaren Ergebnissen durchmisst (S. 9). Dazu braucht es saubere Referenzkabel und das Encircled-Flux-Verfahren.

Markus Grau (Pure Storage) setzt außerdem auseinander, warum das Schnittstellenprotokoll NVMe für Flash-Speicher wichtig wird (Seite 22), während Peter Wüst (NetApp) die Vorteile von Flash aus strategischem Blickwinkel betrachtet: unter den Gesichtspunkten von Betriebskosten, Software-Lizenzen, Skalierbarkeit, Datenmanagement und DevOps-Anwendungsentwicklung (S. 20). Detlef Gnad (IT.Niedersachsen) und Andreas Rose (AirITSystems) berichten von einem gemeinsamen Großprojekt: der neuen Netzarchitektur des Landesbetriebs, die im Zuge der Verwaltungsdigitalisierung auf eine Fabric-Topologie umgebaut wurde. TÜV Rheinland kümmert sich unterdessen um den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, der sich ebenfalls neu und umfassend digital aufstellt (S. 24). Im Mittelpunkt stehen ein neues Rechenzentrum und ein umfassendes Sicherheitskonzept für die IT- und Telekommunikationsinfrastruktur. Ebenfalls im Heft: Georgeta Toth (Radware) über moderne Application Delivery Controller (S. 6) und Markus Schäfer (SECUrisk) über die europäische NIS-Richtlinie und ihr Verhältnis zum deutschen IT-Sicherheitsgesetz (S. 19).

Die iX-Beilage Rechenzentren und Infrastruktur 1/2017 gibt es wie üblich komplett frei als Vollversion-PDF im Pressezentrum des MittelstandsWiki.