Kommunale ITK: Digitalisierung jetzt, aber wie?

Das jüngste MittelstandsWiki-Sonderheft befindet sich im Druck und wird rechtzeitig zur CeBIT 2017 erscheinen. Das Thema: Digitalisierung in den Kommunalverwaltungen. Herausgeber Eduard Heilmayr hat hierzu eine ganze Menge lesenswerter Beiträger gewinnen können. Ein Schwerpunkt liegt auf dem einheitlichen Bürgerportal, das derzeit für eine Menge Unmut sorgt – auf der kommenden CeBIT gibt es dazu auch eine Podiumsdiskussion am DATABUND-Gemeinschaftsstand (B 62) in Halle 7: am 20. März, ab 13:30 Uhr. Dort auf der Messe bekommt man das Sonderheft gedruckt, parallel dazu wird es als E-Book und im Pressezentrum des MittelstandsWiki erscheinen.* Am bequemsten lässt man sich vom Newsletter Kommunale ITK Bescheid geben, wenn es so weit ist.

Im Heft schlägt der Bundesverband der mittelständischen IT-Dienstleister und Softwarehersteller für den öffentlichen Sektor e.V. schon einmal sieben Thesen zu E-Government und öffentlichem IT-Sektor an (S. 29), und der Verbandsvorsitzende Detlef Sander (net-Com) zeichnet in seinem Beitrag die merkwürdige Linie zwischen Portalverbund, CMS-/DMS-Schnittstellen, Lebenslagen und EAP 2.0 nach (S. 32). Den Stand der Dinge setzt Michael Praschma auseinander: Hintertupfing neben dem Kanzleramt (S. 22). Außerdem hat David Schahinian untersucht, welchen Einfluss die kommunalen Spitzenverbände (Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund und Deutscher Landkreistag) auf die IT-Strategien haben, die hinter solchen Vorhaben stehen (S. 26).

Ein zweiter Schwerpunkt ist eng mit diesem Problem verbunden: die leidigen Schnittstellen. Hier erklären Robert Wander (Optimal Systems) und Philipp Perplies (codia Software), was der DATABUND-CMIS-Standard bei der ECM-Einführung leisten kann (S. 4), Uwe Lehnert von der Sächsischen Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (SAKD) leistet Entsprechendes für den Finanzdatenaustausch mit Xfinanz (S. 17), und DATABUND-Vorstandsmitglied Stephan Hauber (HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH) setzt auseinander, wie die Integration unterschiedlicher kommunaler Fachverfahren auf Grundlage der VOIS-Plattform klappt (S. 33). Dazu gibt es noch konkrete Lösungen: Maik Ziegler (GfOP) stellt die Bewerber- und Personalverwaltung KOMMBOSS vor (S. 34), während Marco Boehle und Peter Stadler (beide DATEV) auf die neue Rolle der Haushaltsprüfer hinweisen: Aus Checklistenabhakern sind Change-Berater geworden, die Risiko- und Wesentlichkeitseinschätzungen vornehmen und letztlich dafür sorgen, dass die Kommune handlungsfähig bleibt – sofern sie eine fähige, skalierbare Software für die Arbeit zur Verfügung haben (S. 20). Auf der Hardware-Seite sagt Ulrich Wolf (Thomas-Krenn.AG), wie kommunale IT-Einkäufer die Folgekosten von Server-Anschaffungen kalkulieren: Energieeffiziente Komponenten sparen am meisten (S. 30).

Außerdem geht es um die IT-Sicherheit in den Verwaltungen. Die Lage könnte hier durchaus besser sein, wie Henrik Groß (techconsult) anhand von Zahlen aus der Security-Bilanz Deutschland zeigt: Allzu arglose Amtsstuben (S. 24). Thomas Hofer vom Rechtsinformatikzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München gibt noch zu bedenken, dass sich mit dem IT-Sicherheitsgesetz auch schärfere Pflichten für die Anbieter von Telemedien ergeben (S. 8).

Hinzuweisen ist ferner auf zwei Termine: Der eine betrifft den Call for Papers zum IT-Talk der Kommunen auf der KOMMUNALE im Oktober in Nürnberg (S. 14); hierfür suchen die Veranstalter noch Vorträge, Einsendeschluss ist der 30. Juni 2017 (S. 6). Der andere steht ebenfalls in Zusammenhang mit der KOMMUNALE; dort sollen in diesem Jahr nämlich erstmals „besonders kreative, innovative, servicefreundliche und effiziente IT-Profis“ aus den Kommunen geehrt werden (S. 12). Falls Sie zu bescheiden sind: Man darf auch Kollegen vorschlagen. Der Einreichungsschluss für die Bewerbung ist Montag, der 31. Juli 2017.

* Mittlerweile ist das PDF dazu online.