Die Fastenpredigt 2024

Sie dürfen mich gerne auf der Straße, im Laden, vor der Kirche anhalten und in herausforderndem Ton Auskunft verlangen, warum es heuer auf dem Starkbierfest keine Fastenpredigt gibt. Die kurze Antwort: Ich weiß nicht, warum es heuer auf dem Starkbierfest keine Fastenpredigt gibt. So schwer kann’s ja nicht sein. Nur der Hannes und ich, wir sind übereingekommen, dass wir heuer keine machen wollen.

Wenn ich aus dem Fenster blicke, sehe ich, dass in der Gemeinde Vogtareuth 17,2 % eine bekennend rassistische, antidemokratische Partei wählen, im Ort selbst sogar 22,9 %; weitere 26,9 % finden die Partei eines gut, der Rassismus mit Feigheit elegant zu verbinden weiß und die Bierzelte mit einer Niederbayernparodie erfreut, für die ihn ein beßres Bayern in Heimatkunde durchfallen ließe; und noch einmal gottlose 33,3% – ausgerechnet! – haben damit seit jeher kein Problem. Macht zusammen 77,4 %. Ich finde das nicht lustig, sondern bedrohlich. Ich finde es auch nicht lustig, Menschen mit dem Bulldog zu überrollen; dass mir so etwas am Sportplatz unter die Nase gehalten wird, damit ich auch einmal etwas zu lachen habe, kann nur ein Missverständnis sein, vermutlich ganz meinerseits. Vogtareuth hat sichtlich mehr Freude am Fahren als an einer Fastenpredigt. Ich sehe wahrhaftig keinen Grund, warum ich eine solche Bande bespaßen sollte.

Ein Gedanke zu „Die Fastenpredigt 2024

  1. Thomas Schuster

    Hallo Herr Eichberger,
    mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel bezüglich der Absage der heurigen Fastenpredikt gelesen. Dass Sie das heuer nicht machen wollen, ist Ihnen selbstverständlich freigestellt.
    Ich gebe Ihnen auch recht, dass die derzeitigen Wahlergebnisse auf allen Ebenen nachdenklich machen sollten.
    Auch über die Sinnhaftigkeit und das Gefahrenpotential vieler Videos und Beiträge in den sozialen Medien bin ich Ihrer Meinung. Das sollte man auch nicht gutheißen.
    Ich denke aber, dass beides vor allem ein negatives Phänomen unserer heutigen Zeit und nicht ein Vogtareuther Alleinstellungsmerkmal sind.
    Erstaunlich finde ich aber, dass Sie als Ableitung der Wahlergebnisse 77,4% der Vogtareuther Bevölkerung in einem Topf werfen und als Bedrohung ansehen. Aber bitte – das ist Ihre Meinung. Bleiben Sie halt einfach zu Hause, dann sind Sie keiner Bedrohung ausgesetzt.
    Dass Sie aber das breit gemischte Publikum eines Traditionsvereins und für Sie einhergehend Vogtareuth als Bande bezeichnen, finde ich eine bodenlose Unverschämtheit, die seinesgleichen sucht. Denken Sie mal darüber nach!
    Thomas Schuster

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